Kampfkunst

Kampfkunst (Wushu)

Hintergründe

In China wird Wushu (wörtlich übersetzt: "Kampf- oder Kriegskunst") als Oberbegriff für alle chinesischen Kampfkünste verwendet. Der im Westen gängige Begriff Kungfu (eigentlich "Gongfu") ist dort hingegen weniger üblich, da er   lediglich allgemein eine Fertigkeit bzw. ein meisterhaftes Können in einer Sache bzw. Tätigkeit beschreibt. Ein ausgezeichneter Koch, ein eleganter Tänzer oder auch virtuoser Sänger haben alle "Gongfu" in ihren Disziplinen. In Bezug auf die Kampfkünste der Shaolin  bedeutet "Gongfu" demnach, die Shaolin-Kampfkünste meisterlich zu beherrschen.

Wushu kann man verschiedenlich unterteilen, wobei eine Trennung nicht immer klar gegeben ist und diese Thematik heutzutage in China viel Stoff für wissenschaftliche Diskussionen bietet. Die bei uns im Westen bekanntesten Stile sind Shaolin Gongfu (Kungfu) und das Taiji Quan (Schattenboxen)

Neben dem kämpferischen Aspekt wird Wushu insbesondere auch zur Stärkung der Gesundheit, sowie zur Kultivierung und Harmonisierung von Körper und Geist ("Xiushen yangxing") geübt.

Nicht zu vergessen ist der Einfluss der chinesischen Philosophie auf die Kampfkünste Chinas sowie der  asiatischen  Kampfkünste  allgemein.

Wushu ...

  • stärkt den ganzen Körper, die Sehnen, Muskeln, Knochen und die Gelenke
  • macht geschmeidig und flexibel, verbessert die Koordination
  • fördert und reguliert die Funktion der inneren Organe
  • verbessert die Konzentrationsfähigkeit sowie die Auffassungs- gabe und das Gedächtnis
  • entwickelt das Selbstbewusstsein, stärkt den Willen und den Charakter
  • regt an, Körper und Geist zu kultivieren und den gesamten Menschen zu verfeinern
  • dient nicht zuletzt der Selbstverteidigung
  • das gemeinsame Training hilft, soziale Kontakte zu pflegen und stärkt zwischenmenschliche Beziehungen

Begrüßungsritus (Bao Quan Li) der chinesischen Kampfkünsten 

Grundlagentraining (Jiben Gong)

Einteilungen

Einige der wichtigsten generellen Unterscheidungen im Wushu  sind:


  • Nordstile - Südstile
  • Innere  Stile - Äußere Stile
  • Waffenstile - waffenlose Stile


Eine weitere Einteilung in "traditionelles Wushu", "modernes Wushu" (ab Anfang des 20.Jhdts) und das "athletisches Sportwushu" (etwa seit dem Ende des 20. Jhdts.) ist ebenso gängig, v.a. im sportlichen Wettkampfbereich.


Zielsetzungen

Warum trainiert man Wushu? Was sind die Motivationen der Schüler? Was sind die Ansätze und  Zielsetzungen  beim Üben der chinesischen Kampfkünste?

Grundsätzlich gibt es drei Kategorien, die  die Art und Weise des Trainings beeinflussen:


  1. Wushu-Training zu Erhaltung der Gesundheit und Entwicklung des Menschen
  2. Wettkampf-Wushu: Sportliches Messen in Formen mit und ohne Waffen (Taolu) oder im Zweikampf (Sanda, Push-Hands)
  3. Wushu-Training zur Selbstverteidigung (oder früher noch als Anwendung für die Krieger auf dem Schlachtfeld)


Je nach Zielsetzung wird   das Training nach dem Erlernen der Grundtechniken des Wushu dann eine spezifische Richtung einschlagen und auf das jeweilige Ziel zugearbeitet.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass man durch ein kontinuierliches Wushu-Training seinen gesundheitlichen Zustand erheblich verbessern kann. Der ganze Körper wird in großem Maße an Gelenkigkeit, Geschmeidigkeit, Elastizität und Stärke gewinnen. Gleichgewichts-, Energie-, Konzentrations-, Sprung- und Standvermögen werden zunehmen, das Gedächtnis und die richtige Atmung werden geschult und das Nervensystem wird positiv beeinflusst.

Das gemeinsame Training bereichert den Alltag und schafft zudem viele Freundschaften.


©  Dr. Caroline Roblitschka

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"Wushu" = chinesische Kampfkünste